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Die Geschichte

Die Geschichte des Karate ist eine alte asiatische Legende.
Am Anfang des 5. Jahrhunderts wanderte der indische Mönch Bodhidarma über die Berge des Himalaya nach China. Nach dieser langen, beschwerlichen Reise liess er sich im Kloster Shaolin nieder und gab sein Wissen an die dortigen Mönche weiter. Sie verbreiteten die Techniken in grossen Teilen Asiens. So erreichten sie im 14. Jahrhundert Okinawa. Die Insel südwestlich von Japan wurde im 17. Jahrhundert von den Japanern besetzt. Sie verboten den Einwohnern jeglichen Waffenbesitz. Aber diese wussten sich zu helfen und bauten die alten Techniken zu einer Kampfkunst ohne Waffe aus – das Karate war geboren! Die verschiedenen Karatemeister entwickelten eigene Stile, und diese wurden dann oft auch nach ihnen benannt.
Karte der Karate Geschichte
Gichin Funakoshi Gichin Funakoshi, Gründer des modernen Karate-Do

Einer dieser Meister war Gichin Funakoshi, der das Karate um 1920 nach Japan brachte. Sein Stil, der Shotokan, ist heutzutage am weitesten verbreitet. In Europa wurde Karate ab 1948 bekannt. Der Franzose Henri Plée begann mit Karate, nachdem er in einer Zeitschrift darüber gelesen hatte.

• Tradition
Das Karate basiert wie die meisten asiatischen Kampfkünste auf einer langen Tradition. Deshalb gibt es auch Regeln in den Dojos, die ein bisschen seltsam wirken, wenn du vorher nur westliche Sportarten betrieben hast. Jedes Dojo wendet die Regeln etwas anders an. Überall gilt aber: Gegner respektieren einander.Sonst wird nicht fair gekämpft, sondern geprügelt; und darum geht es im Karate nie!

• Karate Heute
In der Schweiz wurde der Schweizerische Karate Verband SKV 1970 gegründet. Zum SKV gehören allerdings nur die Karateformen, in denen Treffer im Wettkampf verboten sind, Shotokan, Wado-ryu, Goju-ryu, Shito-ryu, Shorin-ryu, Chidokai und Fudokan. Wofür du dich entscheidest, ist dir selbst überlassen - wichtiger als die Karateform ist das Dojo, in dem du trainierst. Wenn es dir dort gefällt, ist das die Hauptsache, denn nur so lernst du auch gerne und gut.

Karate ist eine Kampfkunst aus Japan. Beim Karate benutzt du deine Arme und Beine zum Treten, Stossen und Schlagen. So greifst du an, und so verteidigst du dich auch.

Für einen guten Karateka (so nennt man Karatekämpfer) zählen:
– Konzentration
– Körpereinsatz
– Regelmässiges Training
– Disziplin

Im Karate geht es nicht nur darum, den Gegner zu besiegen.
Viel wichtiger ist es, die eigene Geschicklichkeit dauernd zu verbessern. Es bringt nichts, sich immer wieder mit anderen vergleichen zu wollen. Wichtig ist nur dein eigener Fortschritt.

• Grundschule (Kihon)
In der Grundschule lernst du die Techniken. Dabei zählt das Üben von bereits Gelerntem genau so sehr wie das Erlernen von neuen Übungen. Das Karate fördert deine Genauigkeit, Schnelligkeit und Kraft sowie Disziplin und Konzentration, was dir auch im Alltag helfen kann.

• Kata
Bei einer Kata kämpfst du gegen mehrere unsichtbare Gegner.
Die Bewegungen werden in einer genauen Reihenfolge gemacht.
Dabei solltest du dir auch wirklich vorstellen, dass du dich gegen jemanden verteidigen musst, sonst werden deine Bewegungen nicht genau oder kräftig genug. Die alten Karatemeister benutzten die Kata als Code. In ihnen wurden die besten Techniken eingebaut und verbunden. So musste man sie nicht aufschreiben. Dadurch konnten Feinde keine Dokumente stehlen und die Techniken blieben geheim.

• Kumite
Kumite sind Kampfübungen. In ihnen wendest du an, was du in der Grundschule und den Kata gelernt hast. Allerdings wird bei den Kumite nicht wirklich zugeschlagen oder zugetreten. Millimeter vor dem Körper des Gegners wird abgebremst. Wenn du deinen Gegner nämlich verletzt, ist das gegen die Regeln. Bei einem Wettkampf kannst du deshalb disqualifiziert werden.

• Gurtfarben
Beim Karate gibt es verschiedene Gurtfarben. Anfänger erhalten mit dem Kauf des Karategi (dem Karatekleid) den weissen Gurt. Danach gilt es Prüfungen zu bestehen. Eingeteilt wird in den 9. bis in 1. Kyu, dann folgen die Dan. Das sind die Meistergrade, die mit einem schwarzen Gurt gekennzeichnet sind.
In manchen Dojos können Jugendliche bis zwölf Jahre auch Prüfungen für halbe Gurte machen.



• Begriffe --> japanisches Wörterbuch
Da Karate aus Asien stammt, und in Japan gegründet wurde, sind alle Bezeichnungen japanisch. Vielleicht werden sie dir zuerst fremd vorkommen. Da man sie aber immer wieder hört, lernt man sie mit der Zeit von alleine.

Karate heisst die leere Hand, da es ohne Waffen ausgeübt wird.
Das Dojo ist der Ort des Weges, also der Ort, wo du dich auf deinen Weg begibst, Karate zu lernen.

Begriffe

Begriffe Kara - Leer
Te - Hand
Dô - Weg
Jo - Ort
Sensei - Lehrer/in
Karateka - Karateschüler/in
Karate-Gi - Karateanzug


Wer macht Karate ?

• Alter
Karate ist ein Sport für alle, egal wie alt sie sind. Viele Dojos nehmen Kinder ab sechs Jahren auf. Nach oben gibt es keine Altersgrenze. Oft sieht man japanische Karate-Meister mit über achtzig Jahren noch erstaunliche Übungen vollbringen!
KARATE ÜBT MAN EIN LEBEN LANG!

• Mädchen / Jungs
Weil Männer im Schnitt schneller und stärker als Frauen sind, werden Sportarten oft getrennt ausgeübt. Im Karate trainieren Mädchen und Jungen gemeinsam. In der Schweiz gibt es ungefähr gleich viele männliche wie weibliche Karatekas.

An Turnieren werden Kinder nach Alter und Kyu Grad (Gurtfarben) in eine Kampfklasse eingeteilt, bei Erwachsenen kommt das Gewicht noch dazu. Unterschätze niemanden, der kleiner und vielleicht auch schwächer aussieht als du. Im Karate geht es um Körperbeherrschung und Schnelligkeit, da kannst du je nachdem eine ganz schöne Überraschung erleben, wenn du gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner antrittst!

• Sportlich oder (noch) nicht
Es ist egal, wie gross oder schwer, klein oder leicht man ist: Karate können alle lernen. Auch Übergewicht macht Karate nicht unmöglich; es kann wie viele andere Sportarten sogar hilfreich beim abnehmen sein. Wer die Technik perfekt beherrscht, ist oft erfolgreicher als ein Karateka mit einer Superman- oder Modelfigur. Wichtig ist es, dass es dir in deinem Dojo gefällt. Wenn du deinen Sensei magst und dich in der Gruppe wohlfühlst, wirst du auch gerne und gut trainieren.

_______________ Das einzige was den Meister interessiert, ist der Kampf des Schülers gegen sein ich. _______________


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